Leitsystem Grundschule: eine Spur für alle, die noch nicht lesen können
An einer Grundschule kann sich nicht jeder am Text orientieren. Deshalb führt hier eine Spur aus Bekassinen über Treppen und Böden — und jedes Schild sagt sein Wichtigstes ohne Worte.
Die Schule Bekassinenau in Hamburg ist Grundschule mit Vorschule und Ganztag. Ein Teil der Menschen, die sich hier zurechtfinden müssen, kann noch nicht lesen. Das Leitsystem arbeitet deshalb auf zwei Ebenen: mit Zeichen, Farben und Buchstaben für die Kleinen — und mit Text für alle, die ihn lesen. Für den Neubau hat Leadway es 2026 umgesetzt: außen in Zusammenarbeit mit Schulbau Hamburg, innen mit der Schulleitung.
Bekassinenspur: Orientierung, die am Boden liegt
Die Bekassine ist der Namensvogel der Schule — und im Leitsystem der Weg der Kinder. Auf dem Hauptwegweiser steht sie neben den Pfeilen zu Treppenhaus 2, das zu den Fach- und Klassenräumen führt. Zur Unterstützung liegt sie als runde, dunkle Bodenfolie auf dem Weg: über den Boden der Mensa, auf Treppenstufen und am Podest. Wer der Bekassine folgt, braucht kein Schild zu lesen.



Zwei Treppenhäuser, zwei Wege: einer für Kinder, einer für Erwachsene
Das Gebäude hat zwei Treppenhäuser, und das Leitsystem trennt an ihnen die Wege. Der Hauptwegweiser im Erdgeschoss sortiert alle Ziele nach Etage und Treppenhaus: Nach rechts, mit der Bekassine, geht es über TH 2 zu den Fachräumen im 1.OG und den Klassenräumen der Jahrgänge 3 und 4 im 2.OG — der Weg der Kinder. Nach links führt TH 1 zur Verwaltung — der Weg für Eltern und Mitarbeitende.
An jedem Treppenhaus sitzt auf jeder Etage ein Wegweiser mit Etage und Treppenhaus groß in Gelb, darunter nur, was von hier aus erreichbar ist; im Erdgeschoss gehört der Ausgang dazu. Flügelschilder ragen in den Flur und markieren Treppenhäuser und WCs von beiden Seiten — das Schild von TH 2 trägt wieder die Bekassine.







Gebäude A bis G: ein Buchstabe pro Haus
Draußen trägt jedes Gebäude seinen Namen und einen großen Buchstaben im blauen Kreis — Gymnastikhalle B, Kreuzbau C, Musikpavillon D, Pavillon E, Sporthalle F. An den Fassaden sitzt das Schild als Tafel, an den Glastüren von Kreuzbau und Pavillon als Folie direkt auf dem Glas. Der Buchstabe ist das, was ein Kind sich merkt; der Name das, was die Eltern lesen.
Als letztes Element ist der neue Monolith aufgestellt: oben Schulname und Bekassine, darunter der Lageplan vom Hauptgebäude A bis zum Sportplatz G mit Standort, Fahrradstellplatz und Sammelplatz, unten groß die Hausnummer 32. Der Lageplan zeigt jedes Haus mit seinem Buchstaben, gelbe Dreiecke markieren die Eingänge. Der Buchstabe ist derselbe wie am Gebäude: Wer ihn am Monolithen findet, findet auch das Haus.





Infoschilder und Wegweiser: das Wichtigste zuerst
Die Infoschilder folgen derselben Regel wie die Spur: Das, was zählt, steht groß. Am Klassenraum ist es die Jahrgangsziffer — „Jahrgang 4″ in großer Schrift, das Wort Klassenraum in Gelb darüber, als Folie direkt auf Tür oder Glas. Am Schulbüro sind es die Öffnungszeiten. Selbst der Speiseplan hängt in einem Rahmen mit gelber Überschrift.





Eine Handschrift für alles
Ob Bodenfolie, Tafel im Treppenhaus oder Schild an der Sporthalle: Alle Elemente teilen dieselben Farben und Zeichen. Bekassine, Dunkelblau und Gelb gehören zum Erscheinungsbild der Schule; der blaue Pinselstrich ist das Gestaltungselement, das Leadway dazu entwickelt hat — er läuft über jedes Schild und macht aus den Elementen eine Familie. Gelb hebt hervor, was zuerst gelesen werden soll. Gelb und Weiß erreichen auf dem Dunkelblau rechnerisch einen Leuchtdichtekontrast von K = 0,98 — deutlich über dem Wert von 0,7, den DIN 32975 für Schrift verlangt.
Pantone 296 CDunkelblau: Grundfläche aller Schilder und Bodenfolien
Pantone 1225 CGelb: Überschriften, Pfeile, Buchstaben, Bekassine
Pantone 653 CBlau: der Pinselstrich auf jedem Element
- Zeichen vor Text: Bekassine, Buchstabe, Jahrgangsziffer — erkennbar, bevor man liest.
Vom Foyer bis zur Klassentür: der Weg eines Kindes
Fünf Stationen, kein Wort muss gelesen werden. So sieht der Weg zu einem Klassenraum im 2. Obergeschoss aus — mit den Augen eines Kindes, das der Bekassine folgt.
-
1Im Foyer
Am Hauptwegweiser steht die Bekassine neben dem Pfeil nach rechts — zu Treppenhaus 2.
-
2Durch die Mensa
Die erste Bodenfolie liegt mitten auf dem Weg. Wer sie sieht, weiß: hier entlang.
-
3Die Treppe hinauf
Die Spur geht stufenweise nach oben, bis zum Podest.
-
4Im 2. Obergeschoss
„2.OG | TH 2“ steht groß in Gelb, darunter die Klassenräume der Jahrgänge 3 und 4.
-
5Angekommen
An der Tür zählt die Ziffer: Jahrgang 4 — lesbar, bevor man lesen kann.
Häufige Fragen zum Leitsystem an Grundschulen
Wie funktioniert ein Leitsystem für Kinder, die noch nicht lesen können?
Über Zeichen statt Wörter: Die Kinder folgen der Bekassine — vom Hauptwegweiser über die Bodenfolien zu ihrem Treppenhaus. Gebäude tragen große Buchstaben, Klassenräume die Jahrgangsziffer. Der Text kommt dazu — für alle, die lesen.
Warum stehen die Ziele nach Treppenhaus sortiert?
Weil sich dort die Wege trennen: Über TH 2 gehen die Kinder zu Fach- und Klassenräumen, über TH 1 Eltern und Mitarbeitende zur Verwaltung.
Wie werden die Gebäude auf dem Schulgelände unterschieden?
Mit Buchstaben und Namen, vom Hauptgebäude A bis zum Sportplatz G. Die Häuser B bis F tragen ihr Schild an der Fassade oder als Folie auf der Glastür, der neue Monolith zeigt alle im Lageplan. Wie Lagepläne ein Schulgelände verständlich machen, zeigt ein eigener Beitrag.
Plant Leadway Leitsysteme auch für andere Schulen?
Ja — von der Planung und Konzeption bis zur Montage, für Grundschulen ebenso wie für berufliche Schulen, etwa die Berufliche Schule City Nord. Mehr unter Leitsysteme für Bildungseinrichtungen.
Ein Leitsystem, das auch die Kleinsten verstehen?
Für Grundschulen, weiterführende und berufliche Schulen — geplant aus der Architektur, gebaut für den Schulalltag. Mehr unter Leitsysteme für Bildungseinrichtungen.

